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USV-Klassifizierung

Die Fachleute in den internationalen Normungsgremien haben einen dreistufigen Klassifizierungscode erstellt:

Stufe 1 Abhängigkeit des USV-Ausganges vom Netz
Stufe 2 Die Spannungskurvenform des USV-Ausganges
Stufe 3 Dynamische Toleranzkurven des USV-Ausganges

Stufe 1 Abhängigkeit des Ausganges vom Netz

Code VFI „USV-Ausgang ist unabhängig vom Netz“

Die Ausgangsspannung ist unabhängig von allen Netzspannungs- und Frequenzschwankungen und wird innerhalb der Grenzen nach IEC 61000-2-4 geregelt.

Code
VI
„USV-Ausgangsfrequenz ist abhängig von der Netzfrequenz“

Die Ausgangsspannung ist abhängig von der Netzfrequenz, die Ausgangsspannung wird aber durch aktive oder passive Regeleinrichtungen innerhalb bestimmter Grenzen aufbereitet.

Code VFD „USV-Ausgang ist abhängig von Änderungen der Netzspannung und der Netzfrequenz“

Der USV-Ausgang ist abhängig von Änderungen der Netzspannung und der Netzfrequenz, wenn die USV keine Maßnahmen zur Verbesserung durch Anzapftransformatoren, EMV-Filter oder Varistoren hat.

Stufe 2 Die Spannungskurvenform des USV-Ausganges

Die Stufe 2 ordnet die Kurvenform der Ausgangsspannung in einrecht grobes Raster ein – jeweils in den beiden Betriebsarten „Netzbetrieb“ und „Batteriebetrieb“.

Insbesondere bei USVs des VFD-Types kann die Spannungskurvenform im Batteriebetrieb rechteck- oder trapezförmig sein, also erheblich von der Sinusform abweichen. Längst nicht alle Verbraucher sind dafür geeignet.

Stufe 3 Dynamische Toleranzkurven des USV-Ausganges

Geschäftskritische Anwendungen benötigen unter allen Bedingungen eine saubere sinusförmige Spannung. So ist die Stufe 3, in der die maximal zulässigen dynamischen Abweichungen definiert sind, die „Königsdisziplin“ in der V-Klassifizierung – denn hier trennt sich die „Spreu vom Weizen“:

Toleranzkurven geben Grenzwerte vor
(…unter folgenden Bedingungen):

Klassifikation 1

Klassifikation 2

Klassifikation 3

Code der Ausgangs-Toleranzkurven

Nur wenn für diese Stufe 3 der Klassifizierung tatsächlich 3 mal erster Klasse garantiert wird, kann ein Anwender sicher sein, dass seine kritischen Anwendungen optimal geschützt sind.

Diese Aussage gilt für die Qualität der Ausgangsspannung unter allen Betriebsbedingungen.

Eine Aussage über die Verfügbarkeit einer USV ist damit nicht verbunden.

Sind die Anforderungen an die Verfügbarkeit sehr hoch – z.B. größer als 99,99% – so müssen USV redundant vorhanden sein, z.B. durch eine N+1 Konfiguration.

Der komplette USV-Klassifizierungscode lautet:  
Ausgangs Abhängigkeit
vom Netz

Kurvenform
Verzerrung*
Ausgangs Toleranz
Toleranzen*
VFI SS 111
VI SX 122
VFD SY 333
* Beispiele

Der komplette dreistufige Code ist sehr detailliert und auf den ersten Blick komplex, wird aber übersichtlich und – wie unter Punkt 2 versprochen – hochinteressant, wenn die 10 Netzstörungen den Eigenschaften der drei USV-Klassen zugeordnet werden können.